Landshuter Lebensgefühl – offen, tolerant und solidarisch

Landshut lebt von seinen Menschen, von ihrer Vielfalt, ihrer Offenheit und ihrem Engagement. Dieses Miteinander prägt das Lebensgefühl unserer Stadt: Kultur, Bildung, Sport und Ehrenamt verbinden Generationen schaffen Begegnung und stärken den Zusammenhalt. Wir wollen eine Stadt, in der alle dazugehören und Unterschiede als Bereicherung verstanden werden. Eine Stadt, die Teilhabe möglich macht und in der Solidarität kein Schlagwort, sondern gelebte Realität ist. Wir wollen, dass Landshut ein Ort bleibt, an dem Menschen Neues entdecken, sich verwirklichen, lernen und miteinander aktiv sind. Kulturelle Vielfalt, gute Bildung und Bewegung für alle sind für uns die Grundlage einer lebendigen und zukunftsfähigen Stadtgesellschaft.

Viele Landshuterinnen und Landshuter engagieren sich in Vereinen, Initiativen und Hilfsorganisationen – ein Ausdruck gelebter Verantwortung und Gemeinschaft. Dieses Engagement wollen wir weiter stärken: durch verlässliche Förderung, gute Rahmenbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt. Vereine und Netzwerke, die Freiwilligen Feuerwehren, das THW und andere Rettungsdienste leisten unverzichtbare Arbeit. Sie haben unsere volle Anerkennung und Unterstützung, um diese Arbeit weiter zu erleichtern und sicher zu gestalten.

Kultur ist kein Luxus – sie ist Lebensnotwendigkeit. Sie stiftet Sinn, Identität und Gemeinschaft, sie öffnet Horizonte und schafft Zusammenhalt. Kultur ist für uns Grundlage einer lebenswerten Stadt. Landshut hat eine starke kulturelle Seele – und wir GRÜNEN wollen sie stärken: durch neue Impulse und eine vielfältige Szene, in der Kreativität und Engagement wachsen können.

Ob Theater, Museen, Konzerte, Bibliotheken oder Galerien – wir GRÜNEN stehen für eine Kulturpolitik, die allen Menschen barrierefreien und niedrigschwelligen Zugang ermöglicht: auch unabhängig von Alter, Einkommen oder Herkunft. Mit der Landshuter Hochzeit verfügt unsere Stadt über ein kulturelles Erbe von einzigartiger Bedeutung. Doch kulturelles Leben findet nicht nur alle vier Jahre statt. Wir wollen, dass kulturelle Qualität und Vielfalt jeden Tag in Landshut sichtbar sind. Neben der Pflege alteingesessener Orte und Formen der Kultur wollen wir es auch Migrantinnen und Migranten ermöglichen, ihre kulturellen Traditionen zu bewahren. Veranstaltungen wie das Afrikafest, das Fest der Kulturen oder die Feste des Haus International zeigen dabei, wie kulturelle Vielfalt lebendig wird. Wir wollen diese Begegnungen stärken und neue Formate entwickeln, für eine Kultur, die verbindet.

Kultur braucht Räume. Wir GRÜNEN wollen Freiräume für kreative, alternative und subkulturelle Initiativen sichern. Dazu gehören bezahlbare Ateliers, Proberäume, Werkstätten und bezahlbare Arbeitsmöglichkeiten für junge Künstlerinnen und Künstler. Die „Alte Kaserne“ soll als Raum für Jugendkultur an den Bedürfnissen junger Menschen ausgerichtet bleiben. Zudem möchten wir junge Kulturschaffende sichtbarer machen: etwa durch eine Jugendkunstschule, ein junges Kunstfestival oder durch gezielte Förderung einzelner Projekte.

Landshut ist Stadt der bildenden Kunst. Die Entwicklung der letzten Jahre insbesondere rund um das KOENIGmuseum und das Anwesen in Ganslberg setzen Zeichen für Aufbruch und Weiterentwicklung. Wir GRÜNEN wollen die Reaktivierung und Vitalisierung des Künstlerareals Ganslberg aktiv vorantreiben.
Ziel ist es, den Ganslberg dauerhaft als lebendigen Raum für Kunst, Begegnung und Kreativität zu sichern.
Der Weiterbau des LANDSHUTmuseums soll zeitnah umgesetzt werden, damit am Prantlgarten ein lebendiges Museumsquartier wächst. Das Wirken zahlreicher Kunstschaffender, engagierter Kunstvereine, die Landshuter Museen und die Schule für Keramik zeigen, wie tief Kunst in der Stadt verankert ist und welches Potenzial sie hat. Wir wollen die bildende Kunst finanziell und organisatorisch stärken, Kunst im öffentlichen Raum und am Bau fördern und die kulturelle Bedeutung Landshuts in der Region sichtbar machen.

Auch für das Landestheater Niederbayern gilt: Kultur ist Teil des öffentlichen Lebens – keine Option. Wir stehen klar zur Sanierung und zum Neubau des Stadttheaters, denn ein Jahrzehnt im Zelt ist mehr als genug. Es ist höchste Zeit, dass das Landshuter Stadttheater wieder seinen Platz im Herzen der Stadt einnimmt.

Für eine lebendige Erinnerungskultur: In den vergangenen Jahren wurden durch das Zusammenspiel aus den städtischen Kultureinrichtungen, schulischen Projekten und großem bürgerschaftlichem Engagement Meilensteine erreicht. Die Ausstellung „Landshut im Nationalsozialismus“ und die Veranstaltungsreihe „80 Jahre Frieden“ trugen erinnerungskulturelle Perspektiven in die breite Stadtgesellschaft. Daran gilt es anzuknüpfen: Insbesondere die bewährte und wertvolle Kooperation mit den Schulen muss weiterhin gelebt werden, um politisch-historische Bildung anhand von Geschehnissen im direkten lokalen Umfeld zu vermitteln. Eine Leerstelle bleibt das ehemalige KZ-Außenlager in der Siemensstraße, hier setzen wir uns für die Errichtung eines Mahnmals ein.

MASSNAHMEN:
■ Verlässliche Kulturförderung als Teil der kommunalen Grundversorgung
■ Unterstützung von Veranstaltungen zur kulturellen Vielfalt (z.B. Fest der Kulturen, Afrikafest, Formate des Haus International)
■ Sicherung und Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur, insbesondere Landestheater Niederbayern und Museen
■ Förderung der bildenden Kunst und Kunst im öffentlichen Raum Einrichtung einer Jugendkunstschule und eines Festivals junger Kunst im Rahmen der Jugendkulturarbeit
■ Bereitstellung und Sicherung bezahlbarer Räume für die freie und subkulturelle Szene (Ateliers, Proberäume, Werkstätten)
■ Fokus der „Alten Kaserne“ auf Jugendkultur
■ Errichtung eines Mahnmals am KZ-Außenlager in der Siemensstraße

PROJEKT: Kulturbahnhof
Die Lagerhallen am Güterbahnhof sollen zu einem Ort für kreative und kulturelle Entfaltung werden. Erweitert durch Container soll das Areal ein Raum für Subkultur werden, von Proberäumen, Tonstudios, Ateliers und Werkstätten bis hin zu Räumen für Workshops für Künstlerinnen und Künstler sowie Kreative.

Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Kulturen sind hier zu Hause – Ausgrenzungen von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Nationalität, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung haben in Landshut keinen Platz. Alle sollen diskriminierungsfrei, sicher und unbeschwert hier leben können, dafür setzen wir uns ein. Das heißt, dass wir Feste und Feiern wie z.B. das Fest der Kulturen und die Veranstaltungen des Haus International unterstützen, weil sie zu Landshut gehören. Das Integrationskonzept muss konsequent umgesetzt werden und Projekte wie Kulturdolmetscher sind wesentliche Elemente für eine gelungene Integration. Auch das Engagement des Integrationsbeirats ist hier ein überaus wichtiger Baustein.

Als Demokratinnen und Demokraten grenzen wir Menschen nicht aus. Queeres Leben in Landshut braucht Schutz und Sichtbarkeit – nicht nur am CSD. Wir positionieren uns klar gegen Queerfeindlichkeit und für die Rechte von LGBTIQ* Personen. Die Beratungsstelle von „Queer in Niederbayern“ leistet wesentliche Arbeit, die wir weiter unterstützen.

Maßnahmen:
■ Das erarbeitete Integrationskonzept aktiv umsetzen
■ Integrationsbeirat stärken und weiter einbeziehen
■ Unterstützung der Beratungsstelle „Queer in Niederbayern“

Teilhabe bedeutet, den Zugang zum gesellschaftlichen Leben für alle Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Beeinträchtigung zu ermöglichen. Armut darf nicht vom öffentlichen Leben ausschließen. Der Landshuter Sozialpass, an dessen Einführung wir mitgewirkt haben, soll langfristig gesichert werden.

Initiativen wie die Landshuter Tafel, die Berberhilfe e.V. und die Kulturtafel leisten unverzichtbare Arbeit für Menschen in schwierigen Lebenslagen gestützt durch ehrenamtliches Engagement. Wir wollen ihre Arbeit nach Kräften unterstützen.

Teilhabe heißt auch: Menschen mit Behinderung gehören in die Mitte unserer Gesellschaft – von Anfang an, in allen Lebensbereichen. Integrative und inklusive Angebote in Kitas, Schulen, Wohnen, Beruf und Freizeit müssen selbstverständlich sein. Dafür braucht es umfassende Barrierefreiheit: in Gebäuden, im öffentlichen Raum, bei digitalen Angeboten der Stadt und bei Veranstaltungen. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil Barrieren bestehen.

Ebenso wichtig ist die Prävention. Gerade bei psychischer Gesundheit wollen wir frühzeitig unterstützen, bevor Menschen in Not geraten. Das Angebot des Landshuter Netzwerks ist dafür ein zentraler Baustein, dessen Arbeit verlässlich gesichert bleiben muss.

MASSNAHMEN:
■ Fortführung und Weiterentwicklung des Landshuter Sozialpasses
■ Verstetigte Unterstützung der Landshuter Tafel und der Berberhilfe e.V.
■ Ausbau integrativer und inklusiver Angebote in Kitas, Schulen, Arbeit und Freizeit
■ Umsetzung eines umfassenden Barrierefreiheitskonzepts für Stadt, Gebäude und digitale Angebote
■ Unterstützung von Veranstaltern bei Gebärdensprachverdolmetschung und Inklusionsangeboten
■ Stärkung präventiver und psychosozialer Hilfsstrukturen, insbesondere des Landshuter Netzwerks

Mit uns bekommen Frauen die gleichen Chancen und Rechte. Es wird kein Zurück zu einem überwunden geglaubten Frauenbild geben. Gleichstellung bedeutet für uns, dass Frauen selbstbestimmt leben, arbeiten und ihre Stadt mitgestalten können.

Noch immer verdienen Frauen in vielen Bereichen bei gleicher Arbeit weniger als Männer. Besonders ältere Frauen und Mütter sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen. Wir wollen die Ursachen dafür bekämpfen.

Auch in Führungspositionen, insbesondere in der Stadtverwaltung und den städtischen Gesellschaften, sollen Frauen gleichberechtigt vertreten sein. Die Stadt muss aktiv darauf hinarbeiten, dass Frauen mehr Verantwortung übernehmen, etwa durch gezielte Personalentwicklung, Sichtbarkeit und Vorbilder. Beratungs- und Unterstützungsangebote aus der Zivilgesellschaft sollen gestärkt werden, um Frauen zu ermutigen, beruflich und gesellschaftlich initiativ zu werden.

Gleichberechtigung braucht verlässliche Kinderbetreuung. Sie ermöglicht Frauen, sich beruflich weiterzuentwickeln und auch in Politik und Ehrenamt stärker einzubringen. Deshalb ist eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung Teil unserer Gleichstellungspolitik.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheit von Frauen: zu Hause, auf der Straße und im öffentlichen Raum. Gewalt gegen Frauen darf keinen Platz haben. Wir brauchen eine gemeinsame städtische Initiative zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt. Frauenhäuser, Schutzwohnungen und Unterstützungsangebote müssen gestärkt werden. Zudem wollen wir öffentliche Räume sicherer machen durch gut beleuchtete Wege, Ansprechstellen und die Förderung sogenannter Safe Spaces, etwa auf der Dult oder in der Innenstadt.

MASSNAHMEN:
■ Gleichstellungsstrategie für die städtische Verwaltung
■ Unterstützung zivilgesellschaftlicher Beratungs- und Frauenförderinitiativen
■ Ausbau bedarfsgerechter Kinderbetreuung als Voraussetzung für berufliche und politische Teilhabe
■ Städtische Initiative zur Prävention von Gewalt gegen Frauen
■ Ausbau und Sicherung von Frauenhausplätzen und Schutzwohnungen
■ Förderung sicherer öffentlicher Räume und Safe Spaces im Stadtgebiet

Bildung ist der Schlüssel zu einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft und weit mehr als Unterricht. Die Stadt trägt Verantwortung für alles, was über den reinen Schulbetrieb hinausgeht: für moderne Lernorte, gut ausgestattete Gebäude und ein Umfeld, in dem Lernen Freude macht. Wir wollen Landshut als Bildungsstadt weiterentwickeln: vom Kindergarten bis zur Hochschule, von der Stadtbücherei bis zur Volkshochschule.

Unsere Schulen brauchen intakte Gebäude, moderne Ausstattung und Räume, die auch bei Hitze oder Ganztagsbetrieb angenehm nutzbar sind. Außenanlagen sollen Orte der Begegnung und Bewegung sein.

Wir setzen uns für qualitativ hochwertige Ganztagsangebote, den Ausbau von Hortplätzen und eine flexible Ferienbetreuung ein – angepasst an die Lebenswirklichkeit von Familien. Durch Kooperationen zwischen Schulen, Kitas und freien Trägern sollen Ressourcen besser genutzt und Betreuungszeiten flexibler gestaltet werden.

Zur Bildung gehört auch kulturelle und musikalische Förderung. Wir wollen Musik- und Kreativangebote an Grund- und Mittelschulen in Zusammenarbeit mit der städtischen Musikschule und weiteren Partnern stärken. Denn kulturelle Bildung fördert Ausdruck, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftssinn. Bildung endet nicht mit der Schule. Lebenslanges Lernen in Volkshochschule und Stadtbücherei trägt zur persönlichen Entwicklung und gesellschaftlichen Teilhabe bei. Insbesondere im Bereich der Bildung fürnachhaltige Entwicklung ist für uns die Umweltstation ein unbedingt zu erhaltender Lernort.

Wir setzen uns für gesunde Ernährung in Schulen und Betreuungseinrichtungen ein. Der Bio-Anteil in der Schulverpflegung soll schrittweise erhöht werden, mit dem Ziel, frische, regionale und ausgewogene Mahlzeiten für alle Kinder anzubieten. Der Ausstieg aus dem Netzwerk der deutschen Bio-Städte ist ein Fehler und wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass Landshut wieder „Bio-Stadt“ wird.

Landshut ist Hochschulstadt und das soll man spüren. Wir wollen die Präsenz der Hochschule im Stadtbild und Stadtleben stärken. Wir unterstützen öffentliche Wissenschaftsformate, Stadt-Labore und Projekte, die Forschung außerhalb des Campus sichtbar machen. Studierende sollen in Landshut gut leben können. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, gute Busanbindung und attraktive Freizeitangebote.

MASSNAHMEN:
■ Instandhaltung, energetische Sanierung und moderne Ausstattung städtischer Schulen
■ Kooperation von Schulen, Kitas und Trägern zur flexiblen Nutzung von Ressourcen
■ Stärkung musikalischer und kultureller Bildung in Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule
■ Förderung von außerschulischen Lernorten (Museum, Stadtbibliothek mit Leseförderung, Beibehaltung der Umweltstation)
■ Förderung frischer Schulverpflegung mit erhöhtem Bio-Anteil
■ Förderung studentischer Lebensqualität und Mobilität
■ Kooperation mit der Hochschule ausbauen